Anwenderberichte aus dem Bereich Rekonstruktion

Rennen gegen die Zeit

Bei Oldtimern entscheidet die Verfügbarkeit von Ersatzteilen über Stillstand oder freie Fahrt. Durch Reverse Engineering lassen sich Bauteile auch ohne vorhandene Konstruktionsdaten schnell und exakt nachbauen. Die Software PolyWorks® in Kombination mit einem Digitalisiersystem macht es möglich. Rücker Testing Services GmbH ist ein Tochterunternehmen der Rücker GmbH mit Sitz in München. Die Ingenieursgesellschaft konstruiert und entwirft für alle namhaften Automobilhersteller, deren Zulieferer sowie für Luft-, Raum-, Schifffahrt, Wind- und Wasserenergie. Rücker Testing Services konzentriert sich auf die Qualitätskontrolle.

„Der Auftrag von Projekt Lucky Racing war keine alltägliche Herausforderung,“ erinnert sich Roberto Cristoforo, Leiter des Bereichs 3D-Messtechnik bei Rücker Testing Services. Einige Teile des Motors sind Gussteile aus Magnesium. Bei einem Unfall oder Feuer würden diese Teile wahrscheinlich zerstört. Die Aufgabenstellung: Von fünf Teilen, darunter eine Ansaugbrücke und ein Flachschiebergehäuse, soll Rücker CAD-Modelle erstellen, die man bei Bedarf nachproduzieren kann.

 
 
 

Eine neue Haube für den „VW Käfer“

Wenn Bauteile der Prä-CAD-Ära benötigt werden, die alten Werkzeuge verschlissen oder unauffindbar sind, heisst es: Reverse Engineering. Eine Flächenrückführung mit der Software PolyWorks|Modeler™ und Streifenlichtprojektoren und Laser-Scannern bringt den VW Käfer wieder unter die Haube. Wir haben ein Originalteil vom Hersteller VW besorgt, um dieses zu digitalisieren. Ein optisches Digitalisiersystem, wie zum Beispiel ein 3D-Laserscanner oder ein Streifenlichtprojektionssystem kann die Oberfläche der Haube aufnehmen. Hierbei entstehen durch kontaktloses Abtasten der Oberfläche dreidimensionale Punktwolken. Die verwendete Fronthaube wird mit einem Messarm, der mit einem Laser-Linienscanner ausgestattet ist, gescannt. Nach der Aufbereitung des Polygonnetzes startet nun der eigentliche Reverse Engineering Prozess. Der Hauptaufwand, um CAD-fähige NURBS-Flächen zu generieren, besteht darin, das Polygonnetz in sogenannte Flächen-Patches einzuteilen.